Meine Ellie
Wie ein Hund mein Leben verändert hat
Ich lebe seit über 40 Jahren mit Hunden und habe dabei schon ziemlich viel erlebt. Doch dann kam Ellie. Mit ihr wurden Fragen wichtig, über die ich vorher kaum nachgedacht hatte. Wie viel Führung braucht ein Hund? Wann entsteht Vertrauen? Und was hat mein eigenes Verhalten damit zu tun? Quentin und Rudi haben später noch einmal ganz eigene Fragen mitgebracht.
Auf dieser Seite geht es um Erfahrungen, die meinen Blick auf Hunde verändert haben. Um Situationen, in denen meine bisherigen Antworten plötzlich nicht mehr passten, und um Fragen zu Erziehung, Führung, Vertrauen und Verantwortung, die mich bis heute beschäftigen.
Manche Hunde verändern irgendwann mehr als unseren Alltag. Sie bringen uns dazu, Gewohntes zu hinterfragen und auch den eigenen Anteil am Zusammenleben genauer anzusehen.
Hundehaltung: meine Gedanken
Mein Leben mit Hunden
Zweithund: Quentin zieht ein
Diese Seite heißt Ellie, Jetzt!, weil ich genau diesen Satz gefühlt tausend Mal gesagt habe und immer noch sage.
Zum Beispiel, wenn wir loswollen und Ellie findet, dass die Couch gerade die bessere Idee wäre. Wenn sie beim Einsteigen ins Auto plötzlich im Gras etwas entdeckt, das selbstverständlich sofort untersucht werden muss. Oder wenn dieser Blick kommt, der ziemlich eindeutig fragt: „Meinst du das jetzt ernst?“
Ja, Ellie. Jetzt meine ich es ernst.
Ellie und auch Quentin dürfen mir ziemlich deutlich zeigen, wenn sie mit etwas nicht einverstanden sind. Das nehme ich wahr und oft verändert es tatsächlich, was wir als Nächstes tun. Manchmal gibt es diese Möglichkeit aber nicht. Dann bedeutet „Jetzt“ bei uns: Ich habe verstanden, was du mir sagst. Ich weiß, dass du gerade lieber anders entscheiden würdest. Trotzdem müssen wir das in diesem Moment so machen, wie ich es sage.
Genau deshalb ist „Ellie, Jetzt!“ über die Jahre zu mehr geworden als einem Satz, mit dem ich sie von der Couch oder aus einer Diskussion bekomme. Es ist unser ziemlich eindeutiges Zeichen dafür, dass ihre Meinung angekommen ist, die Entscheidung diesmal aber bei mir bleibt.
Was uns richtig Sorge bereitete
Ellie als Wendepunkt: Warum ich heute zuerst bei mir hinschaue
Ellie hat vieles verändert. Mit ihr musste ich irgendwann akzeptieren, dass ein Problem nicht automatisch beim Hund beginnt. Sie reagiert auf meine Unsicherheit, meine Unruhe und auf Dinge, die ich selbst lange lieber weggeschoben habe. Hinzusehen war manchmal unangenehm und hat auch wehgetan. Gleichzeitig hat genau das weit mehr verändert als nur unseren gemeinsamen Alltag.
Heute bin ich dankbar dafür. Ellie ist noch immer eigen, diskutiert und hat ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie ihr Tag aussehen sollte. Aber wir kennen uns. Ich weiß, wann ich ihr zuhören muss und wann eine Entscheidung bei mir liegt. Sie weiß, dass sie sich darauf verlassen kann.
Danke, Ellie. Für alles, was du mir gezeigt hast und immer noch zeigst. Für die unbequemen Momente, für die Veränderungen und dafür, dass du noch immer an meiner Seite bist.
Was ich durch Hunde gelernt habe und du für dich mitnehmen kannst
Über die Jahre hat sich mein Blick auf Hunde verändert. Ich möchte nicht mehr zuerst fragen, wie ich ein Verhalten abstelle oder einen Hund dazu bringe, etwas anders zu machen. Mich interessiert genauso, was davor passiert ist, was der Hund gerade braucht und welchen Anteil ich selbst an einer Situation habe.
Das heißt nicht, dass der Hund jede Entscheidung trifft. Verantwortung gehört für mich genauso zum Zusammenleben wie Rücksicht. Manchmal kann ich auf einen Wunsch meines Hundes eingehen. Manchmal gibt es keinen Spielraum. Wichtig ist für mich, dass beides Platz haben darf und der Hund trotzdem als eigenständiges Lebewesen wahrgenommen wird. Gerade ein Hund, mit dem vieles anfangs schwierig erscheint, kann dabei ziemlich viel verändern. Wenn die gewohnten Antworten nicht funktionieren, muss man genauer hinschauen. Beim Hund und bei sich selbst. Daraus kann mit der Zeit etwas entstehen, das mir heute wichtiger ist als ein möglichst reibungsloser Alltag: Zusammenarbeit.
Ich möchte mit meinen Hunden leben, sie ernst nehmen und trotzdem Verantwortung übernehmen. Sie dürfen ihre Eigenheiten behalten, ihre Meinung zeigen und auch einmal anderer Ansicht sein. Wir müssen uns nicht in allem einig sein. Wir müssen nur einen Weg finden, mit dem wir gemeinsam gut leben können.
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Jetzt interessiert mich deine Geschichte. Gibt es einen Hund, der in deinem Leben etwas verändert hat? Was habt ihr miteinander erlebt und was ist davon geblieben? Wenn du magst, erzähl davon in den Kommentaren. Mit Namen oder anonym, beides ist möglich.